Kariesrisikobestimmung - Speicheldiagnostik

Das Kariesrisiko ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich ausgeprägt. Je genauer die diagnostischen Verfahren sind, desto individueller kann die Therapie auf die Ausgangssituation abgestimmt werden. Dank der verbesserten Diagnostik hat sich die zahnmedizinische Prophylaxe von der ursprünglichen unspezifischen "Gießkannenprophylaxe" hin zu einer bedarfsorientierten Individualprophylaxe entwickelt. Wie bei einer Blutanalyse, bei der zum Beispiel Ihre Blutzucker- und Fettwerte bestimmt werden und darauf aufbauend die Therapie festgelegt wird, hat die moderne Wissenschaft auch für die Zahnmedizin ein spezielles Diagnoseverfahren entwickelt: Den Karies-Risiko-Test als Speicheltest.

Durch bakteriologische Analysen des Speichels wird die Anzahl der kariesverursachenden Bakterien pro Milliliter Speichel bestimmt. Je mehr Bakterien vorhanden sind, desto größer ist das Erkrankungsrisiko für die Zähne. Darüber hinaus werden verschiedene Speichelwerte, insbesondere der pH-Wert und der Speichelfluss, gemessen. Diese geben uns Aufschluss über die Schutzfunktion des Speichels.



Das Testverfahren

Das Verfahren ist völlig schmerzfrei. Zunächst kauen Sie für 5 Minuten auf einem Paraffinstück, um den Speichelfluss anzuregen. Dann wird die für die Analyse benötigte Speichelmenge entnommen und auf einen Nährboden gebracht, auf dem sich die Bakterien im Brutschrank vermehren. Bei der mikrobiellen Analyse, die nach zwei Tagen erfolgen kann, wird die Konzentration der kariesverursachenden Bakterien im Speichel abgelesen. Die Fließrate und die Pufferkapazität des Speichels werden anhand von Messungen und Teststreifen mit Farbumschlag bestimmt. Die Ergebnisse dieses Tests erlauben eine individuell gezielte und deshalb besonders wirkungsvolle Reduktion des persönlichen Kariesrisikos.

Hier sehen Sie die Speichelentnahme mittels eines Teststreifens. Hier sehen Sie die Speichelentnahme mittels eines Teststreifens.
Bestimmung der Bakterienart und -menge mittels Vergleichstabelle Bestimmung der Bakterienart und -menge mittels Vergleichstabelle