Bestimmung des Parodontose-Risikos


Was bedingt mein Parodontose-Risiko?

Weitgehend bekannt ist sicherlich, dass die persönliche Mundhygiene einen großen Einfluss auf das Risiko hat, eine ernstliche Zahnbett bzw. -fleischerkrankung zu erleiden. Doch nicht alleine eine mangelnde Zahnpflege begünstigt dieses Risiko, sondern auch Faktoren wie etwa schlechte (sprich: vitaminarme) Ernährung, Rauchen und negativer Stress. Auch eine Reihe von Allgemeinerkrankungen, die nicht unmittelbar verdächtig scheinen, erhöhen das individuelle Parodontitis-Risiko. Dazu gehören Krankheiten wie etwa eine Diabetes. Ob diese risikofördernden Faktoren für Sie zutreffend sind, können Sie sicher selbst beurteilen - ist dies nicht der Fall und ergänzen Sie Ihre sorgfältige Zahnpflege zu Hause zusätzlich durch regelmäßige Zahnarztbesuche, etwa zur professionellen Zahnreinigung, so können Sie für sich bereits von einem verringerten Risiko ausgehen, an Parodontitis zu erkranken.



Beeinflussbare und statische Risikofaktoren

Die Behandlung einer vorliegenden Parodontitis ist deshalb so wichtig, weil sich die Gefahr einer bakteriellen Erkrankung nicht auf das Zahnfleisch beschränkt, was an sich bereits schlimm genug wäre. Vielmehr besteht die Möglichkeit, dass während des Zähneputzens von blutenden Stellen am Zahnfleisch ausgehend, bestimmte Bakterien in den Kreislauf des Patienten gelangen und sich an anderen Stellen des Körpers (wie etwa den Herzklappen) ansiedeln und vermehren. An diesen Stellen könnten sie dann eine Entzündung bewirken. Ein weiteres Risiko besteht darin, dass wie beschrieben in den Kreislauf gelangte Bakterien eine verklumpende Wirkung auf die Blutplättchen ausüben, was wiederum Infarkte (Herzinfarkt, Schlaganfälle) begünstigt. Und schließlich konnten bei Frauen bereits untergewichtige Frühgeburten als eine Folge einer unbehandelten Parodontitis beobachtet werden.



Ablauf der Funktionsdiagnostik

Einen Großteil der genannten Risikofaktoren, wie das Rauchen oder unvorteilhafte Ernährungsgewohnheiten, können Sie selbst steuern und positiv beeinflussen. Dennoch lässt sich beobachten, dass einige Menschen auch unter gleicher Belastung durch die genannten Faktoren, also bei ähnlichen Gewohnheiten, eine unterschiedlich ausgeprägte Neigung entwickeln, an einer Parodontitis zu erkranken. Das Immunsystem einiger Menschen scheint gegenüber einer gegeben Bakterienmenge "toleranter" zu sein, als das vergleichbarer anderer Personen. Es wird seit langem beobachtet, dass innerhalb von Familien Parodontitiden oft gehäuft auftreten. Dies legt den Schluss nahe, dass auch erbliche Faktoren für das Risiko, an einer Parodontitis zu erkranken, verantwortlich sind.



Wie bestimmt man das genetische Risiko?

Bei allen Vorbehalten bietet die Genetik heute in diesem speziellen Anwendungsbereich eine sinnvolle Einsatzmöglichkeit zur Bestimmung des individuellen, erblich bedingten Parodontitis-Risikos. So lassen sich mittels des PST®-Gentests die Patienten bestimmen, welche aufgrund ihrer erblichen Veranlagung besonders zu Parodontitis neigen. Allerdings ist der erbliche Faktor nur einer von vielen (wie oben beschrieben), was bedeutet, dass Patienten für die der PST®-Test ein erhöhtes Parodontitis-Risiko ergab, nicht automatisch auch an Parodontitis erkranken müssen. Vielmehr bietet sich hier die Chance, da man ja um das erhöhte Risiko weiß, durch eine intensivierte prophylaktische Betreuung gegenzusteuern und den Ausbruch einer Erkrankung zu verhindern. Letztlich kann also durch Maßnahmen, wie die Mundhygieneanleitung und -beratung sowie die professionelle Zahnreinigung in der Praxis und eine intensive und gründliche Zahnpflege zu Hause der Ausbruch einer Parodontitis auch bei Patienten verhindert werden, die sonst aller Wahrscheinlichkeit nach daran erkrankt wären. Erinnert sei an dieser Stelle auch wieder daran, die weiteren Begünstigungsfaktoren einer Parodontitis zu vermeiden, also Rauchen, Stress und schlechte Ernährung.



Wie wird der PST®-Test durchgeführt?

Wir entnehmen Ihnen aus dem Finger als Probe einen Tropfen Blut, welcher dann an ein Labor geschickt wird. Hier untersucht man die Blutprobe hinsichtlich der Leistungsfähigkeit des Immunsystems, mit Parodontitisbakterien umzugehen. Daraus ergibt sich, ob die Probe "positiv" ist, also ein erhöhtes Parodontitis-Risiko vorliegt, oder nicht. Diese Information ist selbstverständlich vertraulich! Wir beurteilen dann das Ergebnis zusammen mit Ihrem Gesamtrisikoprofil (die genannten Gewohnheiten) beurteilt, um einen speziell auf Sie zugeschnittenen Behandlungsplan zu entwickeln.



Für wen ist ein Test sinnvoll?

Gesetzt den Fall, dass bei Ihnen noch keine Anzeichen einer Parodontitis aufgetreten sind, in Ihrer Familie hingegen viele, vor allem jüngere Verwandte bereits unter dieser Krankheit leiden. In diesem Falle ist für Sie die Durchführung eines PST®-Tests ratsam, da Sie so erfahren, ob auch Sie besonders anfällig sind für eine derartige Erkrankung. Sollte dies der Fall sein, können Sie durch diese gezielte Frühdiagnostik rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen und den Krankheitsverlauf der Parodontitis entscheidend verlangsamen oder sogar stoppen. Insbesondere bei noch gesunden Familienmitgliedern ist ein frühzeitiger Beginn der Prophylaxemaßnahmen anzustreben. Sollten sich bei Ihnen bereits erste Anzeichen für eine beginnende Parodontitits zeigen, so kann der behandelnde Arzt die Intensität und Methoden seiner Behandlung bei Kenntnis Ihres Risikos besser auf Sie abstimmen. Und selbst wenn bei Ihnen bereits eine schwere Parodontitis vorliegt, hilft der Risiko-Test uns bei der Auswahl der für Sie auf die Prognose bezogen passenden Therapie.